WM-2002

Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea

Am 31. Mai 2002 wurde gleich doppelt Fußball-Geschichte geschrieben, denn zum ersten Mal fand eine WM auf asiatischem Boden statt und ebenfalls erstmalig gab es mit Japan und Südkorea gleich zwei Gastgeber und um eines gleich vorweg zu sagen: Die Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea hatte würdige Gastgeber mit unglaublichen Arenen und einem fantastischen Publikum. Die WM hatte einiges an erinnerungswürdigen Geschichten zu bieten und die deutsche Mannschaft stellte zwei der Hauptdarsteller, aber dazu später mehr, denn zuerst beschäftigt uns der Weg der deutschen Mannschaft auf dem Weg ins Finale.

Das Team des DFB traf in der Gruppe E auf Saudi-Arabien, Irland und Kamerun. Was auf den ersten Blick vermeintlich einfach aussah, war im Jahr 2002 kein Selbstgänger, denn die Iren hatten sich in einer Qualifikationsgruppe mit den Niederlanden und Portugal ungeschlagen für das WM-Turnier in Japan und Südkorea qualifiziert und mit Kamerun hatte die deutsche Elf den Afrikameister zugelost bekommen. Ausserdem traute man in der Heimat nach dem Debakel bei der Euro 2000 keine Höhenflüge zu. Einzig Saudi-Arabien sollte sich als der schwache Gegner zeigen, der sie auf dem Papier auch waren. Der von Rudi Völler trainierten Nationalmannschaft gelang gleich zu Beginn ein 8:0 Kantersieg über eben jene Saudis, bei dem Miroslav Klose mit drei Kopfballtreffern gleich mal eine Duftmarke setzte. Es folgte ein 1:1 gegen Irland und ein abschließendes 2:0 über Kamerun, die die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnten, denn anders als von vielen erwartet zog neben dem Gruppensieger Deutschland Irland als Gruppenzweiter in das Achtefinale ein.

Für die Deutschen folgte ein 1:0 gegen Paraguay im Achtelfinale und ein 1:0 gegen die USA im Viertelfinale. Beide Spiele waren knapp, Zweiteres Spiel auch glücklich und nur einem Oliver Kahn im Tor zu verdanken, der mit Beginn der Ausscheidungsspiele scheinbar unüberwindbar zu sein schien. Im Halbfinale wartete einer der beiden Gastgeber, das Überraschungsteam aus Südkorea. Die Asiaten hatten mit Glück, dem Publikum im Rücken und so einigen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen die in den jeweiligen Spielen favorisierten Italiener (2:1 mit Golden Goal in der Verlängerung) und Spanier (5:3 im Elfmeterschießen) aus dem Turnier geworfen. Die deutsche Elf war zum Anpfiff der Partie in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul also gewarnt. Deutschland entschied die Partie mit erneut dem knappsten aller möglichen Ergebnisse 1:0 für sich, Torschütze Michael Ballack. Und damit komme ich auf den ersten der o. g. Hauptdarsteller der WM 2002 zu sprechen. Ballack spielte ein starkes Turnier, führte im Mittelfeld Regie und entschied Viertel- und Halbfinale mit seinen Toren. Allerdings wurde er im Halbfinale auch zur tragischen Figur, die seinem zweifelhaften Ruf als “Nicht-Gewinner” festigte: Nach einem Fehler von Carsten Ramelow wusste Ballack einen flinken Südkoreaner nur mit einem Fozul zu stoppen, welches mit einer folgenschweren gelben Karte geahndet wurde. Es war seine zweite gelbe Karte im Rahemn der Finalrunde und er war somit im Finale zum Zuschauer degradiert, da folgerichtig gelb-gesperrt.

Oliver Kahn nach dem verlorenen Finale der WM 2002

Oliver Kahn nach dem verlorenen Finale der WM 2002

Finale, Deutschland gegen Brasilien, ein würdiger Abschluss der WM 2002 in Japan und Südkorea. Noch nie hatte es das Duell im Rahmen einer WM gegeben. Machen wir es kurz: Brasilien gewann trotz Deutschlands bester Turnierleistung 2:0, Doppeltorschütze Ronaldo. Und damit kommen wir zu den beiden letzten Protagonisten. Übermensch Kahn oder auch King Kahn wie in die deutschen Medien tauften, hatte ein überragendes Turnier gespielt und wie der vorher schon angesprochene Ballack maßgeblichen Anteil an der Finalteilnahme. Als der Brasilianer Rivaldo in der 67. Minute abzog, patzte Kahn, ließ den Ball prallen und ermöglichte so Ronaldo den Führungstreffer. Wer den Mensch Kahn in seiner Entwicklung beobachtet hat, der wird wissen, wie sehr dieser Fehler an ihm nagt. Trotz dieses Missgeschicks wurde Oliver Kahn nicht nur zum besten Torhüter, sondern erstmals als Torhüter auch zum besten Spieler der WM gewählt.

Torschützenkönig der WM 2002 Ronaldo

Fragwürdige Frisur: Ronaldo bei der WM 2002

Auch das 2:0 erzielte Ronaldo, es war sein 8. Turniertreffer und damit mit Abstand (Klose und Rivaldo hatten jeweils 5 Treffer auf dem Konto) der Torschützenkönig des Turniers. Bleibt zu sagen, die deutsche Nationalmannschaft hatte die Fans in der Heimat nach der schlimmen EM zwei Jahre zuvor wieder versöhnt, auch wenn ihnen der Titel am Ende verwehrt blieb.

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